ERASMUS Plus - Lernmobilitäten "Dialog durch Bildung"

Projektlaufzeit: 1.6.2015 -31.5.2016

 

Das Projekt "Dialog durch Bildung" basierte auf den Bedürfnissen unserer freiberuflichen und ehrenamtlichen TrainerInnen, die vielfältige Bildungsveranstaltungen mit verschiedenen Zielgruppen durchführen.

Zusätzliche Kompetenzen hinsichtlich innovativer, attraktiver und geeigneter Lernmethoden für die Arbeit mit den Zielgruppen zu erwerben ist für eine erfolgreiche und kontinuierliche Bildungsarbeit sowie für die Konzipierung neuer Bildungsprojekte unbedingt von Nöten. An diesem Punkt setzte das vorliegende Projekt an.

Das Projekt hatte zum Ziel, TrainerInnen und ProjektkoordinatorInnen der Erwachsenenbildung grenzüberschreitende Fortbildungsmöglichkeiten zu ermöglichen. Die konkreten Projektaktivitäten wurden nach Relevanz und Innovation ausgewählt und umfassten 3 Mobilitätsaktivitäten:

 

Workshop "Overcoming Islamophobia" mit AC Amics in Valencia.
Der Workshop hatte zum Ziel antimuslimisch-rassistischen Tendenzen längerfristig entgegenwirken, indem konstruktive pädagogische Mechanismen zur Bekämpfung von antimuslimischem Rassismus vermittelt wurden. Die TeilnehmerInnen lernten ganz konkrete Methoden zur Schärfung des Bewusstseins für Muslime, ihre Kultur und den Islam als Religion kennen.

 

Workshop "Künstlerisch-kreative Lehrmethoden" mit UniT in Graz.
Das Workshopangebot schulte ErwachsenenbildnerInnen im Umgang mit kreativen und künstlerischen Methoden und Zugängen. Dabei wurden im besonderen dramaturgische Techniken vermittelt, die soziale Kompetenzen, Handlungskompetenz, Problemlösungs-kompetenzen, Selbstvertrauen, sprachliche Kompetenzen, Fähigkeit zur persönlichen Orientierung innerhalb der Gesellschaft und dem Arbeitsmarkt der Zielgruppe fördern.


Workshop "Diversity Training" mit La Trousse a Outils in Marseille.
In diesem Workshop wurden die TeilnehmerInnen einerseits hinsichtlich diskriminierender Verhaltensweisen in Form vorurteilsbehafteter Handlungen, Stereotypisierungen und ausschließender Äußerungen in ihrem Arbeitsalltag sensibilisiert, andererseits wurden Herangehensweisen und Methoden vermittelt, wie solche tief verwurzelten Muster aufgebrochen werden können.


Bei den Fortbildungen standen nicht nur die Vermittlung neuer geeigneter Methoden, unkonventioneller Bildungsmaßnahmen und innovativer Herangehensweisen im Fokus, sondern ebenfalls der interkulturelle Erfahrungsaustausch zu Strukturen der außerschulischen Erwachsenenbildung unter Kolleg_Innen der politisch-kulturellen Bildung sowie der Austausch mit Lernenden der Partnerorganisationen. Klares Ziel war es die gewonnenen Erfahrungen und neuen Kenntnisse dann vor Ort mit den entsprechenden Zielgruppen anzuwenden und zu erproben, um diese im nächsten Schritt nachhaltig in die regelmäßige Bildungsarbeit von HochVier zu implementieren. Die Vielschichtigkeit und Erfahrungen des Bildungspersonals sowie der Partnerorganisationen haben sich ideale Voraussetzungen für die erfolgreiche Umsetzung des vorliegenden Projekts erwiesen.

Ergebnisse

Erfolgreiche Teilnahme von 25 freiberuflichen und ehrenamtlichen TrainerInnen und ProjektmitarbeiterInnen der Bildungsaktivitäten von HochVier einerseits mit Menschen mit Zuwanderung- und Fluchterfahrung und andererseits zum Thema Vielfalt, Antidiskriminierung, antimuslimischen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sowie Interkulturalität an den 3 Workshops.

 

Folgende grundlegende Kompetenzen konnten im Zuge der drei Workshops vermittelt werden:

 

Soziale Kompetenzen:

-Förderung der Kompetenz, den eigenen Standpunkt zu hinterfragen und die Auseinandersetzung mit Privilegien anzustoßen

-Anregungen zur Selbstreflektion und kritischen Reflexion der eigenen Zuschreibungsprozesse

-Kompetenz im Umgang mit Heterogenität und Diversität

-Kompetenz im Bereich Empowerment- und Motivationsstrategien

-Teamfähigkeit, Aufgeschlossenheit, aktives Zuhören und Präsentieren

-Grundlegende Kompetenz: Aushalten von Widersprüchen

 

Organisatorische Kompetenzen:

-Knüpfung von Kontakten für zukünftige regionenübergreifende und transnationale Kooperationen

 

Interkulturelle Kompetenzen:

-Aufgeschlossenheit gegenüber unbekannten und neuen Herangehensweisen

-Kennenlernen neuer Perspektiven, Lernmethoden, Lehrmaterialien und

Herangehensweisen durch den grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch unter KollegInnen der Erwachsenenbildung

-Vorurteilsfreie und aufgeschlossene Interaktion mit am Workshop beteiligten Menschen verschiedener Herkunft und Umgang mit kulturell unterschiedlichen Milieus

-Informationen über außerschulische Erwachsenenbildungsangebote für und mit Geflüchteten, Migrant*innen und Menschen mit Diskriminierungserfahrung in Frankreich, Spanien und Österreich

-Einblicke in verschiedene non-formale und informelle Erwachsenenbildungsprojekte in Spanien, Frankreich und Österreich, die den Menschen im Mittelpunkt sehen und Kompetenzen vermitteln, die in formellen Lehrangeboten und Institutionen oft zu kurz kommen

 

-Vermittlung konkreter Methoden zur Schärfung des Bewusstseins für Muslime, ihre Kultur und den Islam als Religion;

-Strategien zur Anerkennung des Beitrags von Muslimen zur europäischen Gesellschaft; -Vermittlung von Informationen zu zeitgenössischen und historischen Erscheinungsformen der Islamfeindlichkeit

-Entwicklung von persönlichen Fähigkeiten und institutionellen Strategien zur Bewältigung der Vorurteile gegen Muslime;

-Know-How über Projekte und Initiativen zur Förderung des inter-religiösen und interkulturellen Dialogs und antirassistischer Einstellungen im Erwachsenenbildungskontext in Valencia und Spanien

-Sensibilisierung hinsichtlich diskriminierender Verhaltensweisen in Form vorurteilsbehafteter Handlungen, Stereotypisierungen und ausschließender Äußerungen im Arbeitsalltag

-Vermittlung von Strategien und kreativen Lehrmethoden für die inklusive Bildungsarbeit

-Wissen über Handlungsstrategien zum kompetenten Umgang mit Vielfalt und zur Vermittlung des Diversity-Gedankens bzw. zur Förderung von Akzeptanz im beruflichen Tätigkeitsfeld

-Know-How über Themenschwerpunkte: Genderkonstruktionen, Klassismus und Rassismus im Zusammenhang mit gesellschaftlicher Diskriminierung und

gesellschaftlichen Privilegien.

 

-Vermittlung kreativ-künstlerischer Methoden zur Durchführung kleiner, mittlerer und großer künstlerisch-kreativer Erwachsenenbildungs-Projekte in der Basisbildung mit Geflüchteten und Migrant*innen, um langfristig zivilgesellschaftliche Partizipation anzuregen und Integration zu fördern.

-Know-How über kreative Strategien, um mit speziellen Lernsituationen, Blockaden, Widerständen und besonderen Bedürfnissen umzugehen

-Know-How über die Gestaltung intergenerativer und transkultureller Lernräume.

-Einblick in die vielseitigen Verknüpfungsmöglichkeiten künstlerisch-kreativer Ansätze mit den Lernfeldern Sprache, Rechnen, IKT, Soziales Lernen und weiteren Kompetenzfeldern.

-Vermittlung von Methoden, die eine aktiven, kognitiven und kreativen Lernprozess ermöglichen und zivilgesellschaftliche Partizipationsmöglichkeiten aufzeigen können

 

Die Workshops boten den Teilnehmenden nicht nur die Gelegenheit, neue Perspektiven, Lernmethoden, Lehrmaterialien und Herangehensweisen für die Qualifizierung aktueller und künftiger HochVier Projekte kennenzulernen und zu erproben, sondern sie regten auch den transnationalen Erfahrungsaustausch zu Themenfeldern, die aktuell in ganz Europa einen wichtigen Stellenwert einnehmen - wie etwa Antimuslimischer Rassismus, Soziale Integration von Geflüchteten, Umgang mit Fremdenhass und strukturellem Rassismus, stereotype Genderkonstruktionen und strukturelle Benachteiligung.